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Die Feuerwehr Kirchspiel Anhausen - Eine Wehr für vier Dörfer

Im Oktober war die Ortsgemeinde Anhausen Schwerpunkt in der Regionalzeitschrift 'Schau ins Land'. In der Ausgabe hat sich unter anderem die Feuerwehr Kirchspiel Anhausen vorgestellt. Den Beitrag gibt es hier noch einmal zum Nachlesen. 

 

Von der Landesstraße 258 ist das Gerätehaus der Feuerwehr Kirchspiel Anhausen von weitem zu sehen. Ein moderner, zugleich schlichter Bau, in den Farben Weiß und Schwarz. Fünf Hallentore erstrecken sich vor der Ortslage Anhausen bis hin zum angrenzenden Wasserhochbehälter. Beim Näherkommen lassen sich die Silhouetten der Einsatzfahrzeuge hinter den Toren erkennen. Das Feuerwehrhaus hat eine direkte Anbindung zur Landesstraße. Die Wehr Kirchspiel Anhausen wurde im Jahr 2005 neu gegründet, nachdem die alten Wehren Anhausen und Thalhausen aufgelöst wurden. Das Einsatzgebiet ist das Kirchspiel Anhausen bestehend aus den Gemeinden Anhausen, Meinborn, Rüscheid und Thalhausen mit insgesamt rund 3.800 Einwohnern. Einsatztaktische Schwerpunkte sind die L258, mehrere Kreisstraßen und ein Industriegebiet mit einer Biogasanlage. Zudem grenzt die Autobahn A3 und die ICE-Schnellfahrstrecke Köln-Frankfurt an das Gebiet.

Beim Abbiegen auf den großzügigen Parkplatz der Wache warten vor dem Eingang schon die beiden Wehrführer Volker Lemgen und Imed Merghad. Volker Lemgen ist seit 14 Jahren Wehrführer. Imed Merghad löste im Winter 2020 Peter Troß als stellvertretenden Wehrführer ab.  „Herzlich willkommen bei der Feuerwehr Kirchspiel Anhausen“, heißt es von den beiden, „Hereinspaziert!“. Der helle Eingangsbereich der Wache verbindet den Hallenhof und Parkplatz mit den Sozialräumen und der Fahrzeughalle. Linksseitig vom Eingang befindet sich das Wehrführerbüro. Weiter fallen neben der Eingangstür zwei große Druckknöpfe auf. „Mit diesen Knöpfen können wir die Hallentore öffnen und das Licht im gesamten Haus einschalten. Das wird vor allem bei einem Einsatzalarm genutzt“, so Volker Lemgen. „Im Einsatz muss es schnell gehen und solche Einrichtungen helfen dabei. Wir haben im Jahr zwischen 15 und 20 Einsätzen. Zu diesen werden wir von der Integrierten Leitstelle in Montabaur über Funkmeldeempfänger und Sirenen alarmiert. Ein Alarm kann zu jeder Tages und Nachtzeit erfolgen. Anschließend begeben sich die Kameraden unverzüglich zum Gerätehaus“, erklärt Lemgen weiter. „Die Kameraden kommen über die Haupteingangstür ins Feuerwehrhaus und laufen dann weiter in die Umkleide.“ Wir gehen links hinter dem Wehrführerbüro einen langen, hellen Flur entlang. An den Wänden hängen große Bilderrahmen mit Fotos vergangener Einsätze und Übungen. Auch Kunstwerke von Schul- und Kindergartenkindern sind zu sehen. Am Ende des Flures befindet sich die Umkleide. Hier wird die Einsatzbekleidung der 33 Kameradinnen und Kameraden aufbewahrt. Jeder hat seinen eigenen Spind. Es fällt auf, dass einige Einsatzhosen über die Stiefel gezogen sind, sodass die Kameraden nur in die Stiefel schlüpfen und die Hose hochziehen müssen. „Das geht einfach am schnellsten und spart im Einsatz eine Menge Zeit“, so Imed Merghad. Hier in der Umkleide liegt alles bereit, was die Kameraden an persönlicher Schutzausrüstung benötigen. Von der Umkleide führt eine Tür direkt in die Fahrzeughalle.

    

Die Umkleide, das Tanklöschfahrzeug und das Löschgruppenfahrzeug Katastrophenschutz beim Verlegen einer Schlauchleitung

Hier stehen die Einsatzfahrzeuge. Zwei dieser Fahrzeuge sind wasserführende Fahrzeuge und werden zur Brandbekämpfung eingesetzt. Das Tanklöschfahrzeug steht seit 26 Jahren im Dienst und ist bei einem Brandereignis das erste Auto, das ausrückt. Es verfügt über einen Löschwassertank mit einem Fassungsvermögen von 3000 Litern und bietet Platz für neun Einsatzkräfte. Das weitere Löschfahrzeug ist das Löschfahrzeug Katastrophenschutz. „Dieses ist ein Fahrzeug des Landkreises, beschafft durch den Bund, und ist hier in Anhausen stationiert,“ so Lemgen. Es verfügt über eine spezielle Beladung, um Löschwasser über eine weite Wegstrecke zu fördern. So sind etwa 600 Meter B-Schlauch, zwei Pumpen und ein Löschwasser-Faltbehälter verladen. Wie beim Tanklöschfahrzeug finden neun Kameraden im Fahrzeug Platz. Außerdem ist ein 1000 Liter Löschwassertank im inneren des Fahrzeugs verbaut. Neben den Einsätzen in der Wehr wird es auch zu überörtlichen Einsätzen alarmiert. „Bei einem solchen Alarm werden wir, oft zusammen mit dem Schlauchwagen aus Puderbach, zu Großbränden alarmiert. So waren wir in diesem Frühjahr in Breitscheid, als dort einige Hektar Wald brannten. Aber auch bei Bränden in Vettelschoß und Neuwied waren wir dabei“, schildert Imed Merghad. Das dritte Fahrzeug im Fuhrpark ist ein Vorausrüstwagen. Auf diesem sind die Gerätschaften für die technische Unfallrettung verladen. Dazu zählen die hydraulischen Geräte wie Rettungsschere, Rettungsspreizer und Zylinder sowie pneumatische Hebekissen. Weiter zählt ein Stromaggregat und Beleuchtungssätze zu der Beladung. Zusätzlich sind Materialien zur Verkehrsabsicherung untergebracht. Die beiden anderen Fahrzeuge dienen zum Mannschafts- und Materialtransport. Der Mannschaftstransportwagen bietet Platz für weitere neun Einsatzkräfte. Mit diesem Fahrzeug fahren auch die Mitglieder der Jugendfeuerwehr wöchentlich nach Kurtscheid zur Jugendfeuerwehr. Das Mehrzweckfahrzeug kann zweckgebunden beladen werden. Hierzu stehen in der Fahrzeughalle Rollcontainer bereit. Unter anderem ein „Unwetter-Container“. Dieser ist mit Tauchpumpen, Nasssauger und Abzieher bestückt. Weiter wird das Fahrzeug von den Atemschutzgerätewarten der Atemschutzwerkstatt genutzt, da in Anhausen auch die zentrale Atemschutzwerkstatt der Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach untergebracht ist.

Diese Werkstatt dient zur Instanthaltung der Atemschutzausrüstung. Außerdem werden dort Pressluftflaschen gefüllt werden. Gleichzeitig wird eine Reserve an Geräten und Flaschen in einem Lager vorgehalten. Fünf Atemschutzgerätewarte verrichten diese Tätigkeit. Bei Einsätzen, bei denen viele Atemschutzgeräte benötigt werden, rückt das Atemschutzteam mit aus, um die Einheiten der Verbandsgemeinde vor Ort mit zusätzlichen Atemschutzgeräten zu versorgen. Nach Übungen und Einsätzen, aber zu regelmäßigen, vorgeschriebenen Prüfungen, müssen die Atemschutzgeräte und Masken auseinandergebaut, gereinigt, getrocknet, wieder zusammengebaut und geprüft werden. Erst dann ist ein Atemschutzgerät wieder einsatzbereit. Zudem ist im Feuerwehrhaus Anhausen seit dem Jahr 2018 eine Atemschutzübungsstrecke für die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach installiert. Hier absolvieren Atemschutzträger ihre Belastungsübung. Zur Übungsstrecke stehen ein Laufband, ein Fahrrad-Ergometer und eine Endlosleiter zur Verfügung. Die jährliche Übung ist für jeden Atemschutzträger Pflicht. Ansonsten erlischt die Atemschutztauglichkeit. Die Tests werden ebenfalls vom Atemschutzteam betreut, vorbereitet und verantwortet. „Das Atemschutzteam verrichtet, zusätzlich zu ihrem normalen Dienst, 650 Arbeitsstunden“, so Lemgen. Ein beträchtlicher Aufwand und enorme Verantwortung. Einen Raum weiter befindet sich die Werkstatt der Gerätewarte. Hier werden Pumpen, Schläuche, Lampen und viele weitere feuerwehrtechnische Geräte überprüft und gewartet. Michael Kaul und Marcel Schrader sind die beiden Gerätewarte im Löschzug. Sie sind verantwortlich für die regelmäßigen Prüfungen von Leitern, Schläuchen und Pumpen. Außerdem werden von ihnen kleinere Reparaturen durchgeführt. Sie haben immer ein Auge darauf, dass Lampen, Motorsägen, Pumpen und Aggregate regelmäßig auf ihre Funktion geprüft werden. „Sehr wichtig, damit im Einsatz auch alles einwandfrei funktioniert“, so Merghad. Weiter achten beide darauf, dass Fahrzeuge rechtzeitig und ohne Beanstandung die TÜV Zulassung erhalten. Zusätzlich gehören die Schulung und Einweisung von Maschinisten zu ihrem Aufgabenbereich. Zu den Sozialräumen der Wache gehören auch die sanitären Einrichtungen. Dort können die Feuerwehrangehörigen nach Einsätzen und Übungen duschen. Der letzte Raum des Hauses ist der Mannschaftsraum. Hier werden Schulungen aber auch Kreislehrgänge abgehalten. Nach Übungen, Diensten und Einsätze­n ist der Raum auch immer wieder ein beliebter Treffpunkt.

    

„Wie hat Corona den Feuerwehralltag verändert?“, möchte ich zum Abschluss wissen. „Nun ja. Natürlich halten wir uns an alle Hygieneregeln. Zu Beginn der Pandemie haben wir den Übungs- und Ausbildungsbetrieb gestoppt. Seit Juni sind wieder Übungen erlaubt. Die Einsatzbereitschaft war jedoch nie gefährdet“, erklärt Lemgen. Auf die Frage wie es mit der aktuellen Personalsituation aussieht, schildert Imed Merghad, dass zurzeit kein akuter Mangel an Einsatzkräften besteht. Weiter fügt Merghad hinzu: „Wir sind dennoch immer auf der Suche nach Menschen die sich vorstellen können aktiv bei uns mitzuwirken. Wer Lust auf ein Ehrenamt hat und sich für die Gemeinschaft einsetzen möchte ist bei uns immer willkommen. In der Umkleide sind jedenfalls noch einige Spinde frei“, fügt er noch schmunzelnd hinzu. Wer mehr über die Feuerwehr erfahren möchte kann hier auf der Homepage oder gerne auch persönlich vorbeischauen. Die Kameraden treffen sich jeden Donnerstag ab 19 Uhr am Feuerwehrhaus.

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